von Jakob Levy

Der ultimative Guide für den Festival-Sommer

Festivals – für viele Musikfreaks die Krabbenchips des Sommers: Du weißt, es bekommt dir nicht wirklich – du bist nicht mal sicher, ob es echt so toll ist ... aber es muss einfach sein. Jawoll und endgeil!

Egal ob Rock am Ring, das Hurricane oder das Haldern, vor allem die riesigen Festivals sind fantastisch und erschreckend zugleich. Spätestens am dritten Tag erträgst du das eigene körperliche Elend kaum noch. Aber egal. Denn Festivals sind ja auch dazu da, mal loszulassen von der ständigen Kontrolliertheit. Trotzdem gibt es natürlich ein paar kleine Regeln, die man beachten sollte.

Hier also – für alle Neulinge und Verzweifelten – die Dinge, die auf einem Festival nie fehlen dürfen:

1.) Das Zelt

Wer weiß, wie viele Stunden du wirklich in deinem eigenen Zelt zubringen wirst, aber du solltest definitiv eines dabei haben. Und sei es nur, für das gute Gewissen, wenn du – komplett übermüdet – im Zelt von dir völlig Fremden einpennst.

2.) Der Schlafsack

Die erste Regel für Festivals lautet: Nimm NIE einen neuen Schlafsack mit ... und am besten auch keinen, an dem du hängst oder der sehr teuer war. Du weißt nicht, was diesem armen Sack alles passieren kann und wird – und wahrscheinlich willst du es auch nicht wissen. Heimfahren, den Schlafsack waschen und ihn dann bis zur nächsten Festivalsaison wegpacken. Das ist das Beste.

3.) Ohrenstöpsel

Das wird jetzt kaum überraschen, aber Festivals sind laut – und das sollen sie sogar sein. Solange du keine vielversprechende Karriere als Musiklehrer oder Radio-Reporter anstrebst, ist das ja auch nicht schlimm. Es kann aber passieren, dass du zwischenzeitlich mal vor einer der Riesenboxen landest, die dir die Haare schneller trocken blasen, als eine Mikrowelle. Dann solltest du dir eventuell etwas in die Öhrchen schieben können.

4.) Ein Regenponcho

Versuch dich mal beim Auftritt von Slayer unter einem Zwei-Mann-Schirm vor dem Regen zu schützen – viel Spaß dabei. Außerdem ist ein Regenponcho viel mehr als ein Kleidungsstück. Du kannst ihn als Plane verwenden, dich damit zudecken, Bier darin transportieren und im richtigen Design ist es ein Statement. Wir sagen JA zu Regenponchos

5.) Das Smartphone

Wer nicht wenigstens ein Selfie vom Festival postet, war auch nicht da. Basta. Außerdem verlierst du die ganzen Telefonnummern, die du einsammelst doch sowieso wieder, wenn sie nicht gleich ins Phone kommen. Du kannst den heißen Typen googlen oder überprüfen, welche Schauerlichkeiten die coole Truse so auf Instagram postet.

6.) Eine Gürteltasche

Ich weiß – die Dinger sind unsexy wie Hölle und ranken noch vor Tennissocken in Sandalen, aber auf Festivals sind sie okay – eigentlich sogar mehr als okay. Eine Gürteltasche beweist, dass du nicht zu den armen Schweinen gehören wirst, die Telefon, Kreditkarte, Kohle oder Kondome geklaut bekommt. Eine Gürteltasche sagt, „Ich bin schlau und das ist auch ganz sexy“!

7.) Gummischuhe

Ich schreibe hier bewusst nicht Gummstiefel, denn ich persönlich finde diese Dinger einfach grässlich. Ja – sie sind praktisch, wenn das Festival-Gelände mal wieder hüfttief im Schlamm versinkt, aber ich kann mich nicht anfreunden mit den Dingern. Ich nehme Gummi-Crocs mit. Sehr zum Amüsement meiner Freunde, aber das ist mir wurscht.

8.) Mückenschutz

Nicht, dass es wirklich was hilft – also zumindest mir nicht – aber es dabeihaben macht einfach ein besseres Gefühl. Meine Freundin schwört, dass sie es einen Sommer mal vergessen hatte und 1000 Mal mehr gestochen wurde, als mit. Außerdem ist es keine schlechte Idee, eine Heilcreme mitzunehmen – gegen die ganzen Mückenstiche.

9.) Der Campingkocher

Kalte Dosen-Ravioli haben noch niemanden umgebracht – sie machen aber auch nicht so glücklich, wie es dieses „Hundefutter für Party-Animals“ eigentlich sollte. Selbst wenn man mal wieder drei Tage von Dosenfutter, Chips und Zahnpasta lebt, sollte man doch wenigstens die Möglichkeit haben, das Zeug heiß zu machen. Außerdem gibt es inzwischen sogar Kocher mit USB-Ladestelle fürs Smartphone. Allein dafür lohnt es sich.

10.) Die Gelassenheit

Mach nie Pläne für ein Festival, verabrede dich nicht konkret und nimm hin, was passiert. Ansonsten stehst du nach einem Tag kurz vorm Amoklauf. Nichts – wirklich gar nichts – wird so passieren, wie du es dir vornimmst und das ist das Geile daran. Du wirst mindestens die Hälfte deiner Sachen verlieren, geklaut bekommen, verschenken oder abfackeln und die andere Hälfte ist wahrscheinlich so versifft, dass hartgesottene Tatortreiniger davor zurückschrecken würden. Du wirst die Hälfte der Zeit nicht genau wissen, wo dein Zeugs ist und die andere Hälfte nicht wo du bist. Egal – lass dich drauf ein und genieße es, keine Kontrolle zu haben!