von Jakob Levy

Überleben mit dem Smartphone

Zweiter Teil: Die Großstadt

Man sollte im Leben auf alles vorbereitet sein. Gut – ein paar Sachen kann man abziehen. Eine Alien-Invasion oder die spontane Weltherrschaft von Donald Trump klammere ich hier bewusst aus. Aber selbst dann gibt es immer noch eine Menge Dinge, die man ausprobiert haben und wissen sollte.
Eine Frage, die einen umtreiben kann, ist: Kann man in einer unbekannten Großstadt zurechtkommen, wenn man im Grunde nichts außer seinem Smartphone dabei hat? Deswegen verlege ich Teil zwei meiner Überlebenschallenge nach London. Dabei bleiben die 20 Kilo Gepäck und sogar die der Ersatz-Schlüpper zu Hause. Im Gegensatz zum Survival in der Wildnis kommen nur das Smartphone und ein Ausweis mit auf den Trip.

Kann ich mit dem Phone bezahlen?

Ein Mensch in einem Cafe, der mit seinem Smartphone bezahlt
Man muss fairerweise dazu sagen, dass ich London mit Absicht aussuche. Ich habe nicht die gute alte Methode Augen-zu-und-Finger-auf-die-Landkarte gewählt, denn für die meisten anderen Großstädte hätte ich noch ein paar Sachen mehr gebraucht – mindestens eine extra Kreditkarte hätte im Hosenbund stecken müssen.

In London allerdings funktionieren Dinge wie Android Pay und MyWallet von T-Mobile – wenn auch eingeschränkt. In New York, Los Angeles oder gar Buffalo hätte ich mit mit dem digitalen Bezahlen überhaupt keine Schwierigkeiten ... aber das ist ja dann langweilig.

Um sicher zu stellen, dass ich nicht kurzfristig als Obdachloser mein Dasein fristen muss, ist das Rückflug-Ticket frei wählbar. Wenn also alles schief geht, kann ich wenigstens nach Hause fliegen.

Mit Apps durch den Großstadt-Dschungel

Ansonsten behalten ich das Setting bei: Ich fliege mit dem Idol in die britische Hauptstadt und versuche mich, so gut es geht vorzubereiten. Das heißt aber nur, dass ich zusehe, dass ich mit meinem Mobilfunk-Vertrag auch in England loslegen darf. Außerdem schau ich mich nach ein paar international funktionierenden Apps um. Hotel.de wäre schon mal eine. Außerdem müssen ich mir eine American Express Kreditkarte besorgen, weil Android Pay in England nur damit funktioniert.

London bietet noch einen weiteren – nicht zu unterschätzenden Vorteil: Jeder halbwegs interessante Reiseblogger und Hipster hat über den Moloch an der Themse schon geschrieben. Ich werde im Netz soviel Material über coole, schräge, gute, billige und widerwärtige Möglichkeiten und Locations finden, dass ich wahrscheinlich schnell um Gnade winseln werde. Außerdem haben schon so viele Touris versucht in Notting Hill und Co mit ihren NFC Handys zu zahlen, dass ich keine Schwierigkeiten haben sollte, Erfahrungsberichte darüber zu sammeln. Einen O-Saft und ne Schlafcouch werde ich schon auftreiben. Vielleicht sogar noch einen Gin-Tonic und frische Wäsche dazu.

Was fordert mich heraus?

Die eigentliche Challenge – neben der digitalen pekuniären Bestückung – dürfte sein, was ich genau in London sehen oder erreichen will. Deshalb sei folgende Aufgabe gestellt: Vier Tage in London bleiben, die Unterkünfte, das Essen und die Party möglichst nur mit dem Smartphone bezahlen und möglichst viel erleben. Dazu gehört natürlich auch, dass ich mich mit ein paar neuen Klamotten eindecken muss und / oder die alten irgendwo gewaschen kriege. Und ich darf mit der Recherche eigentlich erst beginnen, wenn ich mitten in London stehe. Der gesunde Menschenverstand sagt mir, dass es eigentlich keine große Sache sein sollte – vielleicht ein bisschen aufwändig zu Anfang, aber dann ... meine skeptische Lebenserfahrung murmelt aber leise Ui Ui Ui ... vielleicht fällt ja jemandem noch eine nette Aufgabe ein, die ich n London in Angriff nehmen könnte. Sowas wie „endlich sexy und berühmt werden“!

Was ich auf jeden Fall erleben möchte, ist der SkyGarden in Fenchurch Street. Den hatte ich schon vorher auf dem Blog „London Viewpoints“ gefunden. Da sind ein paar coole Ecken drin. Außerdem will ich auf dem Old Spitalfield Market nachabgefahrenen Second Klamotten schauen. Mehr weiß ich aber im Moment auch noch nicht.

Sobald ich den Trip (hoffentlich erfolgreich) hinter mich gebracht habe, lest ihr es hier. Bis dahin nehme ich noch gerne Tipps mit. Schreibt uns unter scottie@boom-me-up.de