von Jakob Levy

Überleben mit dem Smartphone

Erster Teil: Die Wildnis!

Man mag es kaum glauben, aber wandern wird wieder hipp. Gott sei Dank heißt es heute eher Hiking oder Trekking. Das ist zwar im Grunde das gleiche, erinnert nicht so sehr an die völkisch anmutenden Ausflüge, auf die einen Opa immer wieder mal mit zerrte. Trotzdem - sich draußen in Wald und Feld bewegen hat schon was. Vor allem, wenn man eine kleine „Überlebens Challenge“ draus macht. Genau das habe ich mir vorgenommen. Ich lasse Picknick-Decke und Omas Streuselkuchen zuhause und nehme nur das absolut Notwendige mit: Ein Messer, eine Flasche mit Kohlefilter, ein Metallbecher, ein bisschen Schnur und ein Smartphone mit entsprechendem Zubehör.

Was nehme ich mit?

Das Messer ist – genau wie das Smartphone – ein absolut wichtiges Multifunktions-Werkzeug. Am besten ist eines mit einem Feuerstahl. Ich habe eines für gut 20 Euro im Netz bestellt. Das kann ich brauchen, um Feuer zu machen, eine Angelrute herzustellen, Essen zuzubereiten und was sich noch so findet.

Die Schnur kann für alles Mögliche dienen. Man kann damit einen Schlafsack „basteln“ odere Dinge anbinden. Auf diesem „Ausflug“ mache ich aber wohl nur eine Angel daraus.

Alles andere liefert das Smartphone. Ich habe mich für das Idol 4 entschieden. Es ist schnell, hat einen leistungsstarken Akku, mit 5,2 Zoll ein großes Display und ist – im Gegensatz zu vergleichbaren Premium-Modellen – sehr erschwinglich.

Als Zubehör kommen noch ein Solar-Ladegerät und ein Gadget namens Deeper Fish Finder in den Rucksack.

Das Smartphone muss startklar sein

Bevor man loszieht, sollte man aber sein Smartphone bereitmachen. Als erstes wird Google Maps aufgerufen und die Gegend eingegeben, in der man sich zu Fuß bewegen wird. Das sollte man so eingestellt lassen. Das hat den Vorteil, dass man sich noch immer orientieren kann, wenn der Empfang flöten gehen sollte. Der Browser speichert nämlich das letzte Ziel auch im Offline-Modus. Ich habe es bei einem Spaziergang in der Umgebung ausprobiert und muss sagen, hierfür ist das große Display Gold wert. Außerdem sollte man sicherstellen, dass das Telefon entweder einen internen Kompass hat oder man lädt sich eine entsprechende App.

Es gibt eine Menge Outdoor-Verrückte, die sehr hilfreiche Videos auf YouTube hinterlassen haben. Ich habe mir angeschaut, wie man Feuer mit einem Stahl macht, wie man einen Fisch im Freien grillfertig macht, wie man sich schnell einen Unterschlupf baut oder wo man Wasser findet. Außerdem wachsen eine Menge leckerer Wildkräuter da draußen – behauptet zumindest der Knabe von RawFuture auf seinem YouTube-Kanal. Bei meinem Spaziergang habe ich anhand des Clips gleich mal Sauerampfer, Waldmeister und Spitzwegerich gefunden. Die Videos kann man sich locker aufs Smartphone laden. Auch hierbei ist es besser, wenn das Display nicht zu klein ist.

Apps als Verbündete

Die ersten Apps habe ich schon ausprobiert und es hat ganz gut geklappt. Auch wenn noch keine Pilzsaison ist, habe ich mir „Meine Pilze“ schon mal gratis runter geladen und angeschaut. Das macht mich noch nicht zum Pilzexperten, aber es hilft. Ich hab schon vorher die gängigen Pilzsorten identifizieren können und das Tool verleiht echt noch einmal Sicherheit. Zur Sicherheit habe ich mir die sehr gut besprochene App „Essbare Pflanzen / Kräuter“ noch gekauft. Die Videos sind zwar ganz gut, aber ich hab nicht richtig Lust, mit Schaum vorm Mund in der Notaufnahme zu landen. Die Bilder in der App sind ziemlich hochauflösend und ich konnte nicht nur erkennen, an welchen Stellen ich Brennnessel anfassen konnte, ohne schreien zu müssen. Ich hab mir auch einen ziemlich geilen Salat daraus gemacht. Mal sehen, ob ich so etwas auch auf dem Trip hinbekomme.

Zu guter Letzt sollte man sicher stellen, dass man das Telefon so eingestellt hat, dass es möglichst wenig Strom verbraucht. Auch wenn wir unser Solar-Ladegerät dabei haben und das Idol mit 2900mAh über einen sehr großen Akku verfügt, sollte man auf Nummer sicher gehen. Das ist auch der Grund, weshalb wir uns auf jeden Fall für ein Android Gerät entschieden haben. Die entladen nicht so schnell und haben eine Tonne an Stromspar-Einstellungen und Tipps.

Das zweite Zubehör-Teil – den Deeper Fish Finder – nehme ich eher für den Spaßfaktor mit. Es ist eine kleine Kugel, die einem angeblich in jedem Gewässer mitteilen kann, ob und wo es Fische gibt. Gekoppelt mit dem Smartphone hoffen wir, dass es uns den Trip etwas einfacher und vergnüglicher macht.

Für alle Fälle lade ich noch zwei sehr wichtige Apps geladen: MyTaxi und Hotel.de. Man weiß ja nie.

Sobald ich den Trip (hoffentlich erfolgreich) hinter mich gebracht habe, lest ihr es hier. Bis dahin nehme ich noch gerne Tipps mit. Schreibt uns unter scottie@boom-me-up.de