von Jakob Levy

Macht Virtual Reality uns alle zu Multi-Taskern?

Ich kann mich jetzt in der Virtual Reality bewegen, denn ich habe eine VR-Brille. Sie kam zusammen mit meinem neuen Smartphone - einem Alcatel Idol 4S. Seitdem denke ich viel über VR in Spielfilmen nach und auch über die Frage: Wie interaktiv kann ein Spielfilm sein

360° Filme würden dem Regisseur und dem Drehbuchautor erlauben, die Handlung einer Geschichte auf nahezu unendlichen Varianten zu erzählen. Sie würden auch gestatten, viele Filme auf einmal in ein Projekt zu packen oder ein Ende mit mehreren Handlungen zu verknüpfen. Allerdings ist fraglich, wie gut das für den Zuschauer funktionieren würde. Ich habe über einen Versuch des ZDF in den 80ern gelesen. Da wurde ein Film über den Tod eines Studenten gedreht – und zwar aus fünf verschiedenen Perspektiven. Einmal aus Sicht des Opfers, dann aus der des besten Freundes, aus Sicht der Eltern und so weiter ... Angeblich hatte man auch mit alternativen Enden geplant, das aber wieder fallen gelassen, weil die Zuschauer schon mit den Varianten leicht überfordert waren – eine zusätzliche Erweiterung hätten für Chaos gesorgt. Nun kann man sagen, das ist 30 Jahre her und seitdem ist viel passiert – sowohl technisch, als auch cineastisch. Trotzdem bleibt die Frage, ob zu viel Auswahlmöglichkeit und Interaktion einen Film nicht eher zerstören, als ihn zu bereichern. Wie viele Erzählstränge und Nebenschauplätze kann man aufmachen, ohne dass es willkürlich wirkt? Und trotzdem hoffe ich darauf, dass jemand bessere Ideen hat, als ich und alles spannend wird.

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